Buchsweg

Der Buchswald ist ein Naturschutzgebiet in Wyhlen. Er war einer der ältesten sowie letzten und größten Wildstandorte von Immergrünem Buchsbaum (Buxus sempervirens) in Deutschland. Nirgends sonst in Deutschland bildete Buchs so dichte und ausgedehnte, bis zu vier Meter hohe Bestände.

Der Buchswald ist seit 1. Januar 1939 amtlich ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Er ist außerdem ein Teil des Natura 2000-Gebietes Wälder bei Wyhlen nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.

Der Buchs ist im kultischen und kulturellen Leben der Wyhlener Bevölkerung seit Jahrhunderten stark verankert. So ist es bis heute Brauch, bei festlichen Anlässen aus Buchs gefertigte Kränze zum Schmuck von Kirchen und Häusern zu verwenden.

Eine alte Überlieferung besagt folgendes: Das ehemalige Wyhlener Kloster Himmelspforte (heute ein Altersheim) wurde im 14. Jahrhundert von räubernden Soldaten bedroht. In der Klosterkapelle befand sich ein besonders wertvolles Gnadenbild (Marienstatue mit Jesuskind). Ein Wald- oder Buchsgeist versteckte die Statue im Buchswald und rettete sie so. Jedenfalls war sie „wie von Geisterhand“ verschwunden. Durch Zufall wurde sie viele Jahre später von einem Wanderer im Buchswald entdeckt und ins Kloster zurückgebracht. Aufgrund dieser Begebenheit entwickelte sich eine Wallfahrt zu der Klosterkapelle „Maria im Buchs“, die seit dem 15. Jahrhundert belegt ist.
Die Buchsgeist-Sage wurde (nach ersten Ideen bereits 1962) im Jahr 1969 zum Anlass genommen, eine Brauchtum und Tradition verkörpernde Fasnachtsclique zu gründen, die „Buchsgeister“, mit den Symbolfiguren „Buchswiebli“ und „Buchsmännli“. Der Buchs bildet eines der Symbole der Wyhlener Narrenzunft „Rolli-Dudel“. Wenn am Dreikönigstag (Anfang Januar) die offizielle Fasnachtssaison der Narrenzunft beginnt, wird die fasnächtliche Symbolfigur des „Butzemommel“ aus dem Buchswald geholt und zu neuem Leben erweckt.

Im Jahr 2007 wurde vor allem im Unterhang und in feuchten Waldbereichen des Buchswaldes erstmals ein starker Befall mit der Schlauchpilzart Cylindrocladium buxicola festgestellt, durch den in großen Teilen des Naturschutzgebietes (mehrere Dutzend Hektar) der Buchs im Stammfußbereich bis zu einer Höhe von 1,50 Metern völlig entblättert wurde.

Schaden Buchs

Ebenfalls erstmals 2007 trat in der Region der aus Asien eingeschleppte Buchsbaumzünsler auf, der zu Beginn am wildwachsenden Buchs weniger starke Schäden verursachte als an den Zierbuchspflanzen in den benachbarten Wohngebieten von Wyhlen. Im Spätsommer des Jahres 2010 war der Bestand stark befallen, Ende September 2010 war das Blattwerk der wildwachsenden Pflanzen zerstört.

Ende Sommer 2011 waren nur noch kleine Teile des Buchswaldes im Originalzustand übrig, diese Flächen befinden sich vor allem im Wyhlener Teil des Waldes.